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Galerie am Maintor HolzKunst

Füller und Schreibgeräte aus alten Hölzern

Die Alte Mainbrücke in Ochsenfurt – ein Bauwerk mit „Vergangenheit“ 

Grund für die Errichtung eines ersten Brückenbauwerks war die Lage an der alten Handels- und Heerstraße von Lübeck nach Augsburg. Manche Historiker führen als Grund auch die Existenz eines alten Königshofes vom 6. bis zum 12. Jahrhundert an. Zwischen dem Jahr 1100, das in einer Urkunde zusammen mit dem Fährrecht des Klosters Hiersau für den Ochsenfurter Flussübergang erwähnt ist und der Mitte des 13. Jahrhunderts, in dem erstmals eine Holzbrücke beschrieben wird, liegt die Bauphase der ersten Mainbrücke [auch die Jahreszahl 1133 wird in weiteren historischen Unterlagen im Zusammenhang mit dem Bau einer Holzbrücke über den Main genannt].

Im Jahr 1254 Erstmals urkundliche Erwähnung einer Holzbrücke. Diese hält aber den oft ungestümen Fluten
des Mains mit zeitweise verheerendem Eisgang nicht stand.   1512 – 1520 Die neue Brücke aus Stein besitzt
12 Freipfeiler und 2 Widerlagermauern. Eine Veste mit Torturm  sichert den Zugang zur Stadt; am Zollturm wird Brücken- und Wasserzoll erhoben.    1595/1596 Reparaturen von einigen Tausend Gulden werden in alten Rechnungen erwähnt.      Dez. 1682 Eisgang und Hochwasser zerstören die beiden äußeren Pfeiler. In der Stadtkasse fehlt das Geld  für den Wiederaufbau; deshalb springt das Würzburger Domkapitel bei der Finanzierung ein.
Von 1696 bis 1705 Alte Mainbrücke ist eine ständige Baustelle.    Feb. 1784 Vollkommene Überflutung der Brücke infolge einer schrecklichen Hochwasserkatastrophe.  Zwei Brückenbogen und der Zollturm stürzen in den Main. Die
alte Stadtmühle wird weggespült. Schon immer war die Alte Mainbrücke ein Sorgenkind gewesen. Nicht nur durch Kriegseinwirkungen, sondern vor allem durch Hochwasser entstanden immer wieder  Schäden, da die  bauliche Anlage zu tief gesetzt worden war. Das Hochwasser war also der ärgste Feind der Brücke. Treibeis und von den Fluten mitgerissene Baumstämme verschlimmerten die Situation.    Nach 1784 Der eingestürzte Brückenteil wird durch eine Holzkonstruktion ersetzt.  Im Jahr 1852 Der vorgelagerte Torturm, der früher als Zollstation gedient hatte, wird wegen Baufälligkeit abgebrochen.    Juli 1866 Im deutschen Bruderkrieg werden die hölzernen Brückenjoche aus Furcht vor den anrückenden Preußen in Brand gesetzt.   Im Jahr 1867 Wiederaufbau einer Brücke aus Stein nach „altem historischem Aussehen“ durch den Baumeister  Michel aus Marktbreit.

Fuhr im 17. Jahrhundert das Messschiff für Getreide auf seinem Weg nach Frankfurt unter der Alten Mainbrücke hindurch, war es später das Marktschiff, das Fracht und Personen nach Würzburg beförderte und schließlich das Dampfschiff „Meekuh“, das respektvoll seinen Schornstein vor der Brücke einklappte, bevor es sich an seiner Kette
im Flussbett bis zum Herbst 1938 weiter voran zog. Noch vor dem 2. Weltkrieg begannen die Planungen für die
Rhein-Main Großschifffahrtsstraße. Aber zuvor musste die Alte Mainbrücke noch einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen:

1. April 1945 Am Ostersonntagmorgen wird die Alte Mainbrücke – in Erwartung des Feindes – von deutschen                 Soldaten gesprengt; der mittlere Brückenbogen wird komplett zerstört und versinkt mit Fahrbahn  und Brüstung einschließlich der Statue des hl. Nepomuk in den Fluten. Als Ersatz dient in der  darauffolgenden Zeit eine Holzkonstruktion.      1956     Fußgänger- und Autoverkehr nehmen zu. Die drei mittleren Gewölbe mit 2 Pfeilern
werden durch einen langgezogenen Spannbetonbogen ersetzt. Jetzt zieren zwei neue Standbilder des  hl.  Nepomuk
die Alte Mainbrücke, aber ihr althistorisches Gesamtbild geht endgültig verloren.

Nicht nur Naturgewalten haben in den vergangenen Jahrhunderten unserer Alten Mainbrücke stark zugesetzt, auch Menschenhand hinterließ durch die aufrührerischen Bauernhaufen, die Heerscharen des 30jährigen Krieges, die schwedischen Trosse, die kaiserlichen Regimenter und die bayerischen Grenadiere ihre zerstörerischen Spuren.
Und jetzt ist unsere Alte Mainbrücke wieder einmal „in die Jahre gekommen“.   Gutachten führen aus, dass die Tragfähigkeit der Brücke am Rande der Erschöpfung angelangt ist.
Deshalb erfolgt zwangsläufig am   Freitag, 8. September 2006 – genau zur Mittagszeit – die Sperrung der Alten Mainbrücke für Fahrzeuge und Fußgänger wegen Einsturzgefahr.  Zuvor wird am Montag, 16. April 2007 in einer spektakulären Aktion mit einem Riesenkran  der Mittelteil der Alten Mainbrücke wegen Gefährdung der Schifffahrt demontiert.

Text: Dr. Petra Gold                                                                                              Historische Daten aus: “Eine Brücke erzählt”
Marketing/Stadt Ochsenfurt                                                                                von Alfred Richter, 1996 – Stadt Ochsenfurt

Bei der Sanierung der Brückenfundamente wurden auch die alten Holzpfahlgründungen an den beiden Ufer-fundamenten ausgegraben. Die gefundenen Pfahlgründungen waren aus Eichenholz gefertigt , welche teilweise mit geschmiedeten Eisenschuhen versehen waren.  Ausgewählte Holzpfähle wurden zur weiteren Untersuchungen an das Bayerische Denkmalamt übergeben.

Das Auftauchen dieser  alten historischen Hölzer hat meine Künstlerseele berührt, so dass ich mich um Reststücke der alten Pfahlgründungen bemüht  habe. Die Hölzer werden nun langsam und vorsichtig kontrolliert  getrocknet um die Rißbildung zu minimieren.  Die Hölzer aus der Ochsenfurter Pfahlgründung weisen im Gegensatz anderer Mooreichen wie z.B. aus Norddeutschtland einen relativ hellen Holzton im Kern auf. Der Grad der vorliegenden Holzschwärzung hängt vom Gerbsäuregehalt (Tanin) der vorliegenden Hölzer und von dem im Boden vorhandenen Eisenkonzent-rationen ab.

Ich werde aus diesen historischen Holzstücken , Griffstücke für Füller und Schreibgeräte und andere Objekte fertigen und somit der Nachwelt  ein Stück  greifbarer unterfränkischer  Zeitgeschichte  erhalten.

Schreibgeräteset Offene Serie

Füller  Mod. Statesman  mit Griffschalen aus Mooreiche der Pfahlgründung

Füller Statesman Beschlagteile Rhodium/Titan

Füller Mod. Statesman mit  18k Goldfeder

Mod. Gentleman  Ausführung Keramikschreiber

Kugelschreiber  Mod. Patriot

siehe auch MAIN- POST  Bericht vom 29.03.2011
http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Aus-alten-Eichenpfaehlen-werden-Fuellfederhalter;art779,6068045

siehe  auch BR 3 Video
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/frankenschau/fsthema-fuellfederhalter-sommerhausen-ID1303908947618.xml

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7. November 2010 Posted by | Füller, Schreibgeräte, Uncategorized | , , | 1 Kommentar